Soziales Engagement

Soziales Engagement

Wir lieben Technik!

Bilfinger GreyLogix übernimmt Verantwortung in der Gesellschaft und setzt sich aktiv für Bildung ein. Als Unternehmen, dessen Fokus auf den Bereichen Automatisierung, Elektrotechnik, IT und Verfahrenstechnik liegt, engagiert sich BGx deshalb seit Jahren speziell im Bereich der technischen Bildung. Daher ist die Phänomenta – das Science Center aus Flensburg – zu einem wirkungsvollen Partner geworden, um genau diesen Aspekt zu fördern.

Bilfinger GreyLogix versteht die Investition in die naturwissenschaftlich-technische Bildung als Investition in die Zukunft. Achim Englert – der Geschäftsführer der Phänomenta – spricht über die Zusammenarbeit von Bilfinger GreyLogix und der Phänomenta sowie die Wichtigkeit der Naturwissenschaften.

Wir übernehmen Verantwortung!

Wir alle kennen die Gründe, warum viele Menschen aus den arabischen Ländern gezwungen sind ihre Heimatländer zu verlassen und deshalb hier, im fernen Deutschland, ein neues Leben anfangen müssen. Bei Bilfinger GreyLogix sind fünf Geflüchtete in ein Arbeitsverhältnis übernommen worden, die jetzt mit uns eine Ausbildung durchlaufen und in Deutschland heimisch werden. Unser Geschäftsführer Lars Malter gibt auf der Mitarbeiterversammlung folgendes Statement ab:

Angekommen!

Morteza Hatami

„Der Größte Unterschied zwischen Deutschland und Afghanistan ist, dass man hier sicher ist – sicher leben kann.“

Morteza kommt ist in Afghanistan geboren und 2010 nach Deutschland gekommen. Bürgerkrieg, Diskriminierung und religiöse Problematiken trieben ihn in die Flucht aus seinem Heimatland. Morteza gehört der Volksgruppe der Hazara an, eine ethnische und konfessionelle Minderheit in Afghanistan. Die Hazara werden in Afghanistan stark diskriminiert, so durfte Morteza keine Schule besuchen, da sein Dorf unter der Kontrolle der Taliban stand.
Morteza entschloss sich zu fliehen. Mit Hilfe eines Schleusers ist er in den Iran gekommen, wo er in einem Steinbruch und einer Kleiderfabrik arbeitete, um genug Geld für die weitere Flucht zu sparen. Schließlich ging es weiter in die Türkei, nach Griechenland und Frankreich. Zusammen mit einer afghanischen Familie kam Morteza schließlich über Hamburg nach Flensburg.

Morteza wurde zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht und konnte nach sechs Monaten Aufenthalt in Deutschland seinen Asylantrag stellen. Nach zwei Jahren wurde Mortezas Asylantrag abgelehnt, woraufhin er mit Hilfe eines Anwalts Widerspruch einlegte. Anfang 2014 wurde dann vor Gericht entscheiden, dass Mortezas Gründe nicht ausreichen würden, um eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Morteza erhielt eine Duldung und wurde aufgefordert, so schnell wie möglich einen afghanischen Pass zu beantragen und das Land zu verlassen. Morteza hatte keine andere Wahl, als der Aufforderung zu folgen. Kurz vor der Abschiebung im September 2014 entschied die Härtefallkommission, Morteza eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund seiner guten Integration und dem erfolgreichen Besuch der Schule auszustellen.

Mortezas Leben in Deutschland

Direkt nach seiner Ankunft in Deutschland begann Morteza mit Hilfe der Betreuer in der Flüchtlingsunterkunft Deutsch zu lernen. Ende 2010 konnte er einen Sprachkurs bei der Volkshochschule Flensburg besuchen.
Im Juli 2011 ist er Mitglied der Gruppe „Jugendliche ohne Grenzen e.V.“ geworden, die sich für Geflüchtete einsetzt. Die Gruppe versucht, Geflüchtete in ganz Schleswig-Holstein bei ihren Problemen, vor allem mit dem Asylantrag, zu helfen. 2013 wurde dem Verein der erste Platz des Schleswig-Holsteinischen Integrationspreises vom Innenminister überreicht.

Morteza konnte seine Sprachfähigkeiten jeden Tag verbessern und setzte sich immer für andere Afghanen oder Iraner mit Verständnisproblemen ein und half ihnen bei der Übersetzung von Briefen der Ämter.
Nach dem Vorbereitungskurs für den Hauptschulabschluss hat Morteza die Prüfung erfolgreich absolviert. Im Anschluss begann er eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich als Einzelhandelskaufmann, die er leider nach 4 Monaten abbrechen musste, da der Besitzer des Geschäftes nicht ausbilden durfte. Davon ließ sich Morteza nicht unterkriegen, sondern besuchte die Abendrealschule und bestand 2014 den Realschulabschluss. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche bewarb sich Morteza bei diversen Unternehmen für einen Ausbildungsplatz, bekam aber aufgrund seines unsicheren Status nur Absagen.
Als Alternative bewarb sich Morteza für den Bereich Erziehungswissenschaft bei dem beruflichen Gymnasium der Hannah-Arendt Schule in Flensburg und bekam dort eine Zusage.

Fast vier Monate besuchte Morteza das berufliche Gymnasium und bekam schließlich auch seine Aufenthaltserlaubnis. Mortezas Aufenthaltsstatus war nun erstmal geklärt – eigentlich eine sehr gute Nachricht. Eigentlich, denn mit dem Status als anerkannter Migrant musste er sich nun eine eigene Wohnung suchen. Das Jobcenter teilte Morteza mit, dass er als Schüler keinen Anspruch auf Erstausstattung und Kautionsübernahme seiner Wohnung hätte. Deshalb solle er sich bei der Schule abmelden, um Förderung und Hilfe zu bekommen. Anfangs versuchte Morteza das Problem anderweitig zu lösen, auch seine Lehrer und Lehrerinnen des beruflichen Gymnasiums versuchten eine Lösung zu finden, doch alle Bemühungen blieben ohne Erfolg.
Schließlich meldete sich Morteza bei der Schule ab und ging erneut auf die Suche nach einer Ausbildung. Mit Hilfe eines Sachbearbeiters im Arbeitsamt ist er dann auf die Firma Bilfinger GreyLogix aufmerksam geworden.

„Ich könnte mir auch vorstellen, Jörg später zu unterstützen.“

Zunächst informierte sich Morteza über den Betrieb und fand auf der Internetseite ein Video, in dem sich die Mitarbeiter der Firma vorstellten. Dieses machte einen sehr positiven Eindruck, vor allem der Leitsatz „Bei uns zählt die Kompetenz, nicht die Krawatte“ konnte Morteza überzeugen.
Morteza wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und begegnete dort sehr netten und hilfsbereiten Mitarbeitern. Ihm gefällt die Firma sehr, da von Anfang an verdeutlicht wird, dass für Rassismus kein Platz ist und die Mitarbeiter füreinander da sind und sich gegenseitig unterstützen.
„Die Firma setzt sich in verschiedenen Bereichen für andere Leute ein. Zum Beispiel wurde vorgeschlagen für Geflüchtete, die keine Möglichkeit haben Deutschkurse zu besuchen, in der Firma Deutsch und die Grundlagen der Elektrotechnik zu unterrichten. Oder auch, dass die Firma auf Weihnachtssüßigkeiten für Mitarbeiter in der Firma verzichtet hat, damit das Geld an Geflüchtete oder bedürftige Menschen gespendet wird. Bei GreyLogix fühle ich mich sehr wohl, sodass ich immer gerne und sehr motiviert zur Arbeit komme.“

„Ich hoffe nun auf eine erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik bei Bilfinger GreyLogix und ein besseres Leben in der Zukunft.“