Innovatives Recycling – Bilfinger und Umincorp unterzeichnen Absichtserklärung für Plastik-Recyclinganlagen

 
  • Kooperation zur Errichtung mehrerer Anlagen für effizienteres Recycling von Kunststoffen
  • Bilfinger soll Engineering, Procurement und Construction übernehmen
  • Innovativer Recyclingprozess mit 40 % höherer Rückgewinnungsrate von Kunststoffen

Der Industriedienstleister Bilfinger und die Recycling Tech-Firma Umincorp  haben eine Absichtserklärung für eine langfristige EPC-Partnerschaft unterzeichnet (Engineering, Procurement and Construction/Engineering, Beschaffung und Konstruktion). Das Ziel ist das gemeinsame Errichten mehrerer Plastik-Recyclinganlagen, die auf Umincorps neuer, einzigartiger und patentierter Magnetic Density Separation (MDS) Technologie basieren. Der MDS-Recyclingprozess von Umincorp hat eine 40 % höhere Rückgewinnung von Kunststoffen und eine 10 % höhere Ausgangs-Qualität als aktuell im Einsatz befindliche Recyclingprozesse. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme der ersten MDS-Recyclinganlage im Industriemaßstab in Amsterdam wird Bilfinger nun Umincorp in der Standardisierung ihres Anlagenkonzepts für die internationale Expansion unterstützen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Umincorp, um bei der Reduktion von Plastikabfällen und besserem Recycling mitzuwirken“, sagt Wim van den Brink, CEO von Bilfinger Tebodin. „Mit unserer Expertise kann Umincorp schnell die Konstruktion ihrer Recyclinganlagen weltweit hochskalieren.“

Die niederländische Tochter Bilfinger Tebodin wird das Engineering, Procurement und Construction für die Umsetzung der MDS-Anlagen (MDS = Magnetic Density Separation) übernehmen. Die deutsche Tochter Bilfinger Greylogix wird sie mit ihrer Erfahrung in der Anlagenautomatisierung, Prozesssteuerung und Implementierung von Fernsteuerungstechnologien unterstützen und kostengünstige Wartungslösungen für die Recyclinganlagen etablieren.

Jaap Vandehoek, CEO von Umincorp: „Wir wählten Bilfinger als unseren EPC-Partner, weil sie flexibel und zuverlässig sind, hohe Qualität liefern und hohe Sicherheitsstandards haben. Sie schauen weiter als „nur“ bis zur Übergabe der Anlage, sondern beziehen auch den smarten Betrieb und die Wartung zukünftiger Anlagen direkt von Anfang an in ihre Planung mit ein.“

Das erste Projekt von Bilfinger und Umincorp wird wahrscheinlich die zweite Anlage in den Niederlanden sein, die gerade entwickelt wird. Das gemeinsame Projekt könnte der Grundstock für internationale Expansion sein, wobei Best Practices für Design, Engineering und Procurement sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern definiert werden. Zum Beispiel kann das Einbauen von vorgefertigten Modulen anstelle  von einzelnen Maschinen  den Bau der Recyclinganlagen beschleunigen.

Bilfinger hat Umincorp von dem partnerschaftlichen Ansatz überzeugt: Bilfinger wird gemeinsam mit Umincorp arbeiten, um die Einhaltung von Budget, Terminen und der gewünschten Recycling-Qualität durch korrekten Einsatz der MDS-Technologie sicherzustellen. Um dies zu erreichen, wird Bilfinger das Potential von Equipmentanbietern und lokalen Partnern ausschöpfen. Die EPC-Partnerschaft wird es Umincorp erlauben, sich auf die Projektinitialisierung, F&E und den Betrieb zu konzentrieren. Auf dem Standardisierungsansatz aufsetzend wird Bilfinger durchgehend an der CAPEX- und OPEX-Verbesserung der Anlagen arbeiten.

Umincorp wurde 2012 gegründet und hat die MDS-Technologie auf Industriereife gebracht, was sie in ihrer laufenden MDS-Anlage in Amsterdam unter Beweis stellen. 2018 ist Ikea als Anteilseigner eingestiegen um die  MDS-Technologie weiter voranzutreiben. Um das Umincorp-Anlagenkonzept zu beschleunigen und weiter zu standardisieren, hat Balance (ein in Amsterdam ansässiges Unternehmen) Umincorp erfolgreich durch den Ausschreibungsprozess geleitet und Bilfinger als EPC-Partner für die Umsetzung mehrerer MDS-Anlagen weltweit ausgewählt. Jährlich werden rund 300 Millionen Tonnen Plastik weltweit produziert, deren Grundstoffwert mehr also 100 Billionen Dollar beträgt. Der größte Teil davon wird weniger als 15 Minuten genutzt, meist als Verpackungsmaterial. Nach der Benutzung landen ungefähr 30 % des Plastiks in Flüssen und Meeren – das entspricht einem vollen Müllwagen, jede Minute. Ca. 10 % des Plastikmülls werden verbrannt, 40 % werden in Deponien gebracht. 20 % wird für Recycling gesammelt, welches aber eher als Downcycling angesehen werden kann. Nur 5 % des recycelten Plastiks fließen tatsächlich zurück in die Wirtschaft als neuer Grundstoff, da die Rückgewinnungsrate und die Output-Qualität sehr schlecht sind. Umincorps disruptive Plastik-Recyclingtechnologie gewinnt 40 % mehr Plastik zurück und der Output hat eine solch hohe Reinheit, dass er wieder für Verpackungen genutzt werden kann.